Leitfragen zur Erstellung eines Konzepts Medien und Informatik / Informatische Bildung

Idee der Leitfragen

Mit diesen Leitfragen sollen Sie befähigt werden, Ihr eigenes, schulspezifisches Konzept Medien und Informatik / Informatische Bildung einschliesslich der Anwendungskompetenzen zu entwickeln. Anhand von Bausteinen – und entlang der wichtigsten Fragen mit ergänzenden Links – entsteht so das (an Ihre Bedürfnisse) angepasste pädagogische Konzept.

Baustein: Einleitung

  • Welchen Stellenwert hat Medien und Informatik / Informatische Bildung an unserer Schule?
  • Wofür dient unserer Schule das Konzept Medien und Informatik / Informatische Bildung? Welche Funktion – welchen Zweck - soll es erfüllen?

Baustein: Ausgangslage

Siehe LP21, Bedeutung und Zielsetzung:
Lehrplan Kanton Aargau
Lehrplan Kanton Solothurn

In unserer Gesellschaft spielen Nutzung von ICT (Information and Communication Technology), Informatik und digitalen Medien eine zentrale Rolle. Die heutige Gesellschaft ist eine Informations- und Mediengesellschaft. Die digitale Welt ist allgegenwärtig und bestimmt unser Verhalten – im Pri-vaten und in der Arbeitswelt. Die zielgerichtete und verantwortungsbewusste Nutzung von ICT, Informatik und digitalen Medien ist ein grundlegender Teil unseres Lern-, Lehr- und Arbeitsver-ständnisses.
Im vorliegenden Konzept werden die verschiedenen Aspekte von ICT, Informatik und digitalen Me-dien unter dem Begriff «Medien und Informatik» bzw. «Informatische Bildung» vereint.

Fragen zur Ausgangslage

Wie sieht die Ausgangslage der Schule aus? Besteht bereits ein Vorgängerkonzept? Falls ja aus welchem Jahr? Wer war der Auftraggeber? Wer hat es verfasst? Was hat sich daraus bewährt? Was eher nicht? Sind neue Rahmenvorgaben z. B. von Seiten der Gemeinde vorhanden?

Gesetzliche Grundlagen Kanton Aargau

Der neue Aargauer Lehrplan Volksschule gilt ab 1. August 2020. Er basiert auf dem Deutsch-schweizer Lehrplan (Lehrplan 21) und beinhaltet das Modul «Medien und Informatik».
Gemäss Schulgesetz § 53 sind die Gemeinden verantwortlich für Mobilien, Lehrmittel und die Schuleinrichtung, wozu auch die digitale Ausstattung und die damit verbundenen technischen Supportleistungen in der Schule gehören.

Gesetzliche Grundlagen Kanton Solothurn

Informatische Bildung: Die Inhalte des LP21-Bereichs Medien und Informatik werden in einem ei-genständigen Fachbereich Informatische Bildung umgesetzt. Zusätzlich gelten die Regelstandards vom 21. Mai 2015 als verbindlich. s. Besonderheiten im Kanton Solothurn

Baustein: Einsatz von Medien und Informatik im Unterricht

  • Welche pädagogischen Grundhaltungen leiten uns?
  • Haben wir Visionen? Welche? Bis in wie vielen Jahren?
  • Wofür setzen wir digitale Medien ein?
  • Wie findet an unserer Schule der Einsatz von Medien und Informatik statt? Wie gestalten wir das Modul «Medien und Informatik» bzw. «Informatische Bildung» konkret aus?
  • Wie integrieren wir die Anwendungskompetenzen in alle Fachbereiche?
  • AG: Fach in 5.+6. Klasse, 7.+9. Klasse: wer unterrichtet das Fach?
  • SO: Fach 3. – 9. Klasse: wer unterrichtet das Fach?

Baustein: IST-Zustand

  • Existiert eine Analyse des IST-Zustands des pädagogischen Konzepts Medien und Informatik bzw. Informatische Bildung?
  • Existiert eine Analyse des IST-Zustandes des technischen Konzepts?
  • Existiert eine Analyse des IST-Zustandes des organisatorischen Konzepts (Kommunikation, Organigramm u.a.)?
  • Existiert eine Analyse der Kompetenzen der Lehrpersonen?

Baustein: Organisation

  • Wie ist der pädagogische bzw. technische Support geregelt (Pflichtenheft)?
  • Welche Art von Aufgaben wird an eine externe Firma abgegeben?
  • Wie ist der Supportvertrag ausgestaltet?
  • Wie sind die Kommunikationsprozesse definiert (intern und extern)?
  • Wie ist das Wissensmanagement organisiert?

Baustein: Verbindlichkeiten, Absprachen, Controlling

  • Ist die inhaltliche Transparenz über alle Stufen und Fachschaften hinweg gewährleistet?
  • Welche zeitlichen Ressourcen stehen den Lehrpersonen für einen Austausch zur Verfügung?
  • In welcher Form findet der Austausch statt? (Plenum, Werkschau am Ende des Schuljahres, Schwerpunkt in Unterrichtsteams oder Stufengruppen ...)
  • Wie ist der Controlling-Prozess geregelt?
  • (Schulleitung, PICTS, Selbstverantwortung, andere …?)
  • Wer «hütet» das Thema Medien und Informatik / Informatische Bildung in der Schule? Verant-wortlichkeiten?
  • Wie stellt die Schulleitung sicher, dass Medien und Informatik / Informatische Bildung im Unter-richt integriert werden?
  • Sollen das Thema Medien und Informatik / Informatische Bildung und die dazugehörigen Weiterbildungsanliegen im Mitarbeitendengespräch fest traktandiert werden?

Baustein: Weiterbildung

  • Wie wird der Weiterbildungsbedarf für Medien und Informatik / Informatische Bildung erhoben?
  • Ist eine anwendungsorientierte Weiterbildung/Schulung zum Umgang mit der schulischen Infrastruktur geplant?
  • Sind methodisch-didaktische Weiterbildungen für Lehrpersonen zum pädagogischen Einsatz im Unterricht (Unterrichtsideen) geplant?
  • Sind die Weiterbildungen für alle Lehrpersonen verbindlich?
  • Wie ist die Pensenregelung bei Weiterbildungen?
  • Welche Weiterbildungen sollen in der unterrichtsfreien Zeit, welche an offiziellen Weiterbil-dungstagen stattfinden?
  • Welche Themen laufen über schulinterne Weiterbildung, welche Themen über die individuelle, kursorische Weiterbildung?
  • Können für die Weiterbildungen interne Kursleitende zum Einsatz kommen?
  • Gibt es einen PICTS (päd. Support)?
  • Welche Zusatzqualifikation muss der/die PICTS haben?

Baustein: Nutzungsrichtlinien

Schülerinnen und Schüler:
  • Welche Nutzungsrichtlinien gelten für die Schülerinnen und Schüler?
  • Gibt es bereits Regeln der Schule, welche einige Bedingungen abdecken?
  • Sollen die allgemeinen Regeln der Schule mit den zusätzlichen Nutzungsrichtlinien für Schülerinnen und Schüler erweitert oder separate Nutzungsrichtlinien für digitale Mittel erarbeitet werden?
  • Welche rechtlichen Grundlagen gelten? (z.B. Unterschrift der Eltern)
Lehrpersonen:
  • Welche Nutzungsrichtlinien gelten für die Lehrpersonen?
  • Gibt es bereits Regeln der Schule, welche einige Bedingungen abdecken?
  • Sollen die allgemeinen Regeln der Schule mit den zusätzlichen Nutzungsrichtlinien für Lehrpersonen erweitert oder separate Nutzungsrichtlinien für digitale Mittel erarbeitet werden?
  • Welche rechtlichen Grundlagen gelten?
Materialien:
Beispiele von Schulen:

Baustein: Nutzungskonzept

Welche Szenarien entsprechen den methodisch-didaktischen Bedürfnissen?

  • Jedes Kind hat jederzeit, immer und überall Zugriff auf ein persönliches Gerät der Schule (schulisch und ausserschulisch); Schule finanziert
  • Jedes Kind hat jederzeit Zugriff auf ein unpersönliches Gerät der Schule (schulisch)
  • Die Lehrperson hat die Möglichkeit Lernsituationen zu schaffen, bei denen jede Schülerin und jeder Schüler Zugriff auf ein Gerät hat (Pool in Klassengrösse, Computerraum)
  • Die Geräte stehen im Verhältnis zu den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung;
    im Klassenzimmer (1:2 – 1:6)
  • Die Geräte sind fix in den Klassenzimmern installiert
  • Die Geräte sind mobil und stehen in den Klassenzimmern
  • Die Geräte sind mobil und stehen in Pools zur Verfügung
  • Die Schule unterstützt BYOD (Bring Your Own Device) und stellt entsprechende Infrastruktur und Support zur Verfügung. Mögliche Spezifikationen (Kantonsschule Solothurn).

Baustein: Apps, Webtools und Lehrmittel

  • Welche Apps, Webtools und Lehrmittel zum Thema Medien und Informatik / Informatische Bildung wurden evaluiert?
  • Auf welcher Grundlage entscheidet die Schule, welche Apps, Webtools und Lehrmittel für Medien und Informatik / Informatische Bildung zum Einsatz kommen?
  • Besteht ein Weiterbildungsplan zur Einführung des Lehrmittels Medien und Informatik bzw. Informatische Bildung?
  • Wurde erfasst, welche Lehrmittel in welchen Fachdidaktiken (Sprachen, Mathematik, Na-tur/Mensch/Umwelt, Gestalten, Musik, Bewegung und Sport, Berufliche Orientierung) zum Einsatz kommen und ob diese Lehrmittel über digitale Ressourcen verfügen?

Baustein: Content Filter (Web Content Screening)

  • Hat sich die Schule Gedanken darüber gemacht, ob sie auf dem Schulnetz einen Content Filter will oder nicht?
  • Ist sich die Schule der Konsequenzen bewusst, wenn sie ein offenes Schulnetz ohne Content Filter betreibt?
  • Ist sich die Schule bewusst, welche Probleme bei einem Content Filter auftauchen können und wissen die Lehrpersonen, wie in einem solchen Fall umzugehen ist?
  • Ist sich die Schule bewusst, dass technische Massnahmen beim Content Filtering nicht genü-gen und es ebenso pädagogischer Massnahmen bedarf?
  • Wie sehen pädagogische Massnahmen aus?
  • Kennt die Schule unterschiedliche Lösungen zu Content Filtering und kennt sie deren Vor- und Nachteile?

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Kontakt

Marianne Bättig

Marianne Bättig
Dozentin Medien & Informatik
marianne.baettig@fhnw.ch
+41 56 202 80 34