Mobiles Lernen im Unterricht – myPad

«Lebenswelten sind Medienwelten»
Dieser Buchtitel aus der Fachliteratur bringt es auf den Punkt. (Baacke, Sander, Vollbrecht 1990)

Medien durchdringen den Alltag der Kinder

Internet, speziell Social-Web-Angebote, prägen den Alltag von Schülerinnen und Schülern, finden sich aber nur bedingt im Alltag der Regelschule wieder.
Schulen brauchen Angebote (Inhalte und Werkzeuge), die im Unterricht nutzbar sind und die Potenziale des Internets und immer mehr auch des Social-Webs nutzen und fördern.
Dabei sollen auch Gefahren und Risiken, die das Internet und die Social-Web-Angebote in sich tragen, mit einbezogen und durch einen kompetenten, sinnvollen und reflektierten Umgang minimiert werden. Mobiles Lernen mit aktuellen Geräten (hier dem iPad) bietet sich dafür geradezu an.

Mobiles Lernen im Unterricht – myPad

Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen nutzen ein iPad innerhalb und ausserhalb des Schulunterrichts als persönliche, mobile Lernumgebung und erreichen in Mikrolerneinheiten, die dem Lern- und Entwicklungsstand angepasst sind, ihre Lernziele. Zusätzlich erwerben sie sich einen emanzipierten, kritischen Umgang mit den aktuell verfügbaren, digitalen Technologien, insbesondere auch im Social Web.

Projekt und Entwicklungsthema im Kanton Aargau ab 2011 – Organisation, Ablauf

Sechs Lehrpersonen aus Unter-und Mittelstufe entwickelten mit Einbezug von iPads und der Webplattform my-pad.ch unter der Leitung von Claudia Fischer Unterrichtsideen für die Projektanlage «myPad – mobiles, kooperatives Lernen im Unterricht».
Voraussetzungen waren erweiterte Lehr- und Lernformen, Kooperatives Lernen, Einbezug der my-pad.ch-Website (Klassenblog/Medientagebuch) und Dropbox als mobiles Schulheft.
Die Unterrichtsideen waren modular aufgebaute Ateliers, die allen am Pilot beteiligten Lehrpersonen zur Verfügung standen. Ab Ende April 2011 wurden die iPads im Unterricht in den Klassen eingesetzt. Die Klassen arbeiteten während mindestens einem Monat mit den iPads und den Unterrichtseinheiten. In dieser Zeit nutzten die Schülerinnen und Schüler die iPads als Werkzeuge für das mobile und kooperative Lernen im Unterricht. Die Unterrichtsideen/Ateliers wurden durch den Praxiseinsatz optimiert und dementsprechend angepasst.
Mit Online-Befragungen und einzelnen Interviews (Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen) sowie dem Einbezug von Klassenblog und Medientagebüchern wurde das Pilotprojekt bis Ende Jahr 2011 evaluiert. Anhand der Tendenzen, die aufgezeigt wurden, wurde entschieden, die Pilotstudie in einem grösseren Rahmen in ein Entwicklungsthema zum mobilen-kooperativen Lernen zu überführen.

Seither arbeiten im Kanton Aargau jedes Jahr rund 30 Lehrpersonen vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe I mit ihren Klassen am Entwicklungsthema «Mobiles Lernen im Unterricht – my-Pad.ch». Die Gruppenzusammensetzung wechselt jedes Schuljahr. Lehrpersonen, die von Beginn weg dabei waren, treffen auf Lehrpersonen, die neu ins Thema einsteigen. Somit werden gesammelte Erfahrungen weitergegeben und gleichzeitig neue Blickwinkel geöffnet. Seit dem Schuljahr 2015/16 sind auch Lehrpersonen aus dem Kanton Solothurn involviert.

Die gesammelten Erfahrungen fliessen in App-Empfehlungen und Unterrichtsszenarien auf my-pad.ch ein, genauso wie in Beratungen von Schulen bei Fragen zur Integration von Tablets im Unterricht, zu Neuanschaffungen und zur Aktualisierung von Hardware.

myPad – mobiles, kooperatives Lernen im Kanton Solothurn (2012/14)

Das Volksschulamt des Kantons Solothurn gab mit dem Projekt «my-Pad» zwölf Projektklassen von der dritten Primarschulklasse bis zur Sekundarstufe I die Möglichkeit, während den Schuljahren 2012–2014 Tablets im Unterricht einzusetzen. Der Unterricht sollte auf mobilem, kooperativem Lernen basieren und die Tablets als Werkzeuge zum Lernen in fächerübergreifenden Settings eingesetzt werden. In zwölf Klassen wurden Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen mit Tablets ausgerüstet. Im Vordergrund stand der didaktisch adäquate Einsatz von Tablets im Unterricht. Projektlehrpersonen erarbeiteten geeignete Unterrichtsideen und Materialien für den didaktisch sinnvollen Einsatz der iPads. Schülerinnen und Schüler nutzten die iPads als persönliche, mobile und kooperative Lernumgebung. Selbständiges, kooperatives Lernen mit Projektarbeit und Wochenplan standen im Zentrum. Zusätzlich erwarben sie sich einen kritischen Umgang mit den aktuell verfügbaren, digitalen Technologien, insbesondere auch im Internet und im Social-Web. Im Projekt myPad wurden die Möglichkeiten und Chancen der Nutzung mobiler Geräte im Unterricht erprobt und evaluiert. Zudem haben die Lehrerinnen und Lehrer regelmässig ihre Unterrichtsideen ausgetauscht. Die Ergebnisse sollen künftig den Schulen bei der Entscheidung der Gerätebeschaffung helfen (z.B. Laptop versus Tablets).

Am 11. Juni 2014 wurde das erfolgreiche Projekt mit einer Werkschau, welche den Besucherinnen und Besuchern auch die Möglichkeit gab, mit den Lehrpersonen, der Projektleitung und den Vertretungen des Volksschulamtes in Kontakt zu treten, beendet.

Am 21. Mai 2015 wurde der Schlussbericht zum myPad-Projekt durch das VSA veröffentlicht.

Link zum Schlussbericht